„Nennen Sie uns drei Stärken. Und eine Schwäche.“ Klingt harmlos. Ist aber eine der Fragen, bei denen am meisten Bewerber ins Schwimmen geraten.
Worum es bei der Frage wirklich geht
Niemand erwartet einen perfekten Menschen. Die Frage prüft etwas anderes: Kennst du dich? Kannst du ehrlich über dich sprechen? Und arbeitest du an dem, was noch nicht sitzt?
Genau das brauchst du später im Dienst. Wer seine Grenzen kennt, muss sie nicht überspielen. Er sichert sie ab. Darum geht es auch im Artikel Selbstvertrauen, das nicht wackelt.
Stärken: nicht behaupten, belegen
„Ich bin teamfähig, belastbar und kommunikativ“ sagt fast jeder. Glaubwürdig wird eine Stärke erst mit einem Beleg.
Die Formel: Stärke + konkrete Situation + was du getan hast.
Schwächen: echt, aber nicht dramatisch
„Ich bin zu perfektionistisch“ ist die bekannteste Ausweichantwort. Sie wirkt einstudiert. Besser ist eine echte Schwäche, die den Beruf nicht grundsätzlich infrage stellt, und dazu, was du dagegen tust.
Die Formel: Schwäche + woran du sie merkst + was du konkret trainierst.
Was du vermeiden solltest
- Schwächen, die im Dienst ein echtes Risiko wären, ohne Plan, was du dagegen tust.
- Stärken ohne Beispiel.
- Antworten, die du nicht ein zweites Mal genauso erzählen könntest, wenn jemand nachfragt.
- Übertreibung in beide Richtungen.
Dein erster Schritt · die ehrliche Liste
Und dann?
Im Buch „Klarheit im Einsatz“ erkläre ich, wie begründetes Selbstvertrauen entsteht und warum es unter Druck trägt. Im Workbook arbeitest du deine eigene ehrliche Liste durch, mit Übungen nach dem Prinzip „Erst deine Antwort. Dann vergleichen.“
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